Montag, 1. Mai 2017

My-Firetag

Wollte ich doch gestern noch soo viel posten ....
Pustekuchen, manches davon finde ich heute schon nicht mehr wieder.
Egal, dafür habe ich endlich herausgefunden, wieso die Kommentarfunktion hier nicht lief. War, resp. ist, ein Bug in Blogger/Blogspot, der offenbar schon seit einigen Jahren nicht gefixt wird, w.h.: eingebettete Kommentare, wohlmöglich mit direkter Antwortfunktion, kann man sich von der Backe putzen, is nich und feddich ...
Und die Sicherheitsabfrage ausschalten geht auch nicht.
Na immerhin, kommentieren ist jetzt möglich, wenn auch nur über ein extra-Popupfenster und unter lustiger Erratung von ein paar Verkehrsschildern, Bergen oder Schaufenstern ( irgendwer scheint das für ein ganz tolles Spiel zu halten ).
Da müßt Ihr jetzt durch, wenn Ihr Euren Senf zu meinem Gekritzel abgeben wollt ( Schulternzuck, isso ...).
Ich werde die Tage mal schauen, wie man hier ein Kontaktformular reinbastelt, das scheint mir mittelfristig sowieso die bessere Alternative zu sein. Trotzdem Schade, hätte ich gern mal 'ne Weile getestet, allein schon um zu sehen, wie lange es dauert, bis irgendwer einen Schietsturm anzettelt ( alle lieben Fiete, you know? ).

So, was gab es gestern noch, was ich unbedingt posten wollte?
Ach so, da war als erstes der Rant von Lutz Bierend, auf Fatherleft, der so sanft anfängt, dann aber heftig zulegt:

Wechselmodell als Standard? – Wie utopisch!


 
Geht es nach der FDP wird das Wechselmodell kommen. In den sozialen Medien wird der Aufstand geprobt. Wäre ich Mirna Funk würde ich das in einem Edition F Interview so beschreiben: „Deswegen bäumen sich ja auch die alleinerziehenden Mütter gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.“

Die FDP scheint sich wirklich darauf vorzubereiten, ein Alleinstellungsmerkmal für die Bundestagswahl 2017 zu generieren.
Immer häufiger liest man, dass sie das Thema Wechselmodell als Standard in ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufnehmen will. Zuletzt in der Welt.
Nicht nur am Wochenende beim Vater: Scheidungskinder sollen eine „Doppelresidenz“ haben, findet die FDP. Sie will das „Wechselmodell“ gesetzlich verankern.
Sobald das Thema irgendwo in den Sozialen Netzwerken aufgegriffen wird tauchen sie umgehend auf, die Mütter aus der Mütterinitiativee und anderen Mütterlobby-Organisation, die ihre Privilegien schwinden sehen und beten ihr alternative Fakten runter, nach denen dieses Modell, welches mittlerweile in 22 europäischen Ländern Standard ist, traumatisierte Kinder hinterlässt. Auch wenn sie dafür leider bislang jenseits von Einzelmeinung, wie denen des Juristen Dr. Löhnig keine wirklich schlüssigen Studien vorweisen können. Im Gegensatz zu den Wechselmodell-Verfechtern zu denen auch der Verband beruftätiger Mütter e.V. gehört. Eine der umfangreichsten Studien zu diesem Thema, kommt zum Beispiel aus Schweden, wo 30-40% der Kinder nach der Trennung im Wechselmodell leben. Diese kommt zu einem sehr deutlichen Ergebnis.
Children with non-cohabitant parents experience more psychosomatic problems than those in nuclear families. Those in joint physical custody do however report better psychosomatic health than children living mostly or only with one parent. Longitudinal studies with information on family factors before and after the separation are needed to inform policy of children’s postseparation living arrangements.
Kinder aus Residenzmodell-Haushalten (non-cohabitant parents) leiden häufiger an psychosomatischen Problemen, als jene die in Kernfamilien groß werden. Kinder aus Wechselmodellhaushalten (joint physical custody) haben einen besseren Gesundheitszustand.

 Das geht doch noch recht nüchtern und sachlich los.
Danach erklärt er auch noch ganz ruhig, wo die Irrtümer der Gegner der paritätischen Doppelresidenz liegen, z.B. daß ein gesetzlicher Standard nun mal etwas anderes ist, als eine Pauschalregelung, daß eine faire Regelung von Sorge u. Umgang auch das Zahlverhalten bei Barunterhalt verbessert, wo man das alles nachlesen kann u.s.w..

In den letzten Absätzen gibt er dann aber doch Gas:

Wenn die Mütter gegen einen Standard Wechselmodell wettern und so tun als wären gewalttätige, drogenabhängige Väter der Standard vor deutschen Gerichten, und glauben, dass deswegen in der Rechtsprechung anders herum verfahren werden müsste, dann frage ich mich schon ein wenig wie weit es mit dem Verantwortungsbewusstsein solcher Mütter ist, wenn sie mit den Segnungen der Familienplanung so schlecht umgehen konnten, dass sie mit so vielen Vollpfosten soviele Kinder in die Welt gesetzt haben.
Letztendlich haben Frauen hier eigentlich von der Pharmaindustrie und vom Gesetzgeber alle Möglichkeiten an die Hand gegeben bekommen, dass es absurd ist davon zu sprechen, Mütter wärden rechtlos, wenn man davon ausgeht, dass sich Eltern Entsprechend Artikel 6 unseres Grundgesetzes gleichberechtigt der Pflicht zur Fürsorge nachkommen.
Es ist schon erstaunlich, wenn man die ganzen Verschwörungstheorien der Mütterlobby liest. Dagegen wirken die Chemtrail-Jünger manchmal fast realitätsnah.
Angeblich hat sich der Europarat bei seiner Resolutions 2079 nur von der so unglaublich einflussreichen Väterlobby manipulieren lassen. Die ominöse Vaterlobby schafft es zwar kaum eine Demonstration mit mehr als 50 Leuten auf die Straße zu bekommen, aber den Gerüchten der Mütterlobby zufolge sind sie vom politischen Einfluss her gleich hinter der Amerikanischen NRA und der Öl-Lobby anzusiedeln. Wenn man als Psychologiestudent Anschauungsmaterial für eine vorangeschrittene paranoide Psychose haben möchte: Hier werden sie gewiss fündig.
Im Grunde genommen sind die meisten „KritikerInnen“ keine Kritiker, denn dafür fehlen ihnen meistens wirklich sachliche Argumente. Die meisten von ihnen sind Besitzstandwahrerinnen, die sich leider nicht daran gewöhnen wollen, dass Gleichberechtigung, nachdem wir sie seit 40 Jahren im Arbeitsrecht haben, nun langsam auch im Familienrecht ankommt.
Wenn ich das postfaktische Gezeter der Mütterlobby in den Sozialen Netzwerken sehe, denke ich immer an das letzte Mirna Funk Interview in der Editions F, wo sie sich fast menschenverachtend über die wütenden, alten, weissen Männer geäußert hat. Wäre ich Mirna Funk und die Edition F würde mich interviewen würde ich den Aufstand der Mütterlobby vermutlich so beschreiben:
„Deswegen bäumen sich ja auch die alleinerziehenden Mütter gerade noch mal auf. Wie ein Tier kurz vorm Tod. Sie spüren sehr wohl, dass die Zeit für sie gekommen ist.“


Ich denke, so ein kleiner Adrenalinschub tut Lutz ab und an mal ganz gut, mir gefällt das jedenfalls, wenn er mal den Obergentleman im Schrank lässt.


Parrallel dazu hatte Uepsilonniks einen kurzen, aber recht knackigen Beitrag verfasst, der auch die Hauptvorwürfe der unverbesserlichen "Mütterlobbies" aufgreift und locker umdreht:

Eines der häufigsten „Argumente“, die man hört, wenn es darum geht, Väter von ihren Kindern auszugrenzen, ist, dass diese Väter, die ihren Kindern tatsächlich Väter sein wollen, nur Macht über ihre Exfrauen ausüben wollten. Mal davon abgesehen, dass sich diese Frauen selbst viel zu wichtig nehmen, denn entgegen ihre Auffassung hat der Expartner keinerlei Interesse mehr an ihnen, verhält es sich mal wieder genau umgekehrt: In Wirklichkeit wollen Frauen Macht über ihren Exmann ausüben.

...und kommt zu dem Fazit:

Wenn es also wieder mal heißt, Väter, die ihre Kinder sehen wollen, wollten lediglich Macht ausüben, erinnere man sich, dass es sich um Projektion handelt: Tatsächlich nehmen Frauen Kinder als Geiseln, üben so Macht aus und erpressen damit den Geldfluss.

Irgendwo hatte ich noch einen längeren Kommentar von Djadmoros gesehen, der zu den beiden Posts passte, wie Arsch auf Eimer, aber leider vergessen wo ( alt werden, mit dem Bloggen anfangen, gleichzeitig ein neues virtuelles Betriebssystem und einen Browser extra für die Bloggerei einrichten u.s.w verursacht denn doch so ein paar kleinere Verluste ... und das bei gestörter Internetverbindung .... ).

Was soll ich sagen, der 1. Mai ist fast rum und ich muß erstmal kurz zur Tanke, Tabak und ein Mai-Bierchen besorgen, bevor ich dann mal schaue, was es noch so erwähnenswertes gibt ...

CU

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Kennen sie sich mit der Erziehung von Kindern aus?
Haben Sie eigene Kinder?
Ihr Beitrag zeugt von partnerschaftlicher Gewalt in der Kinder als Waffe eingesetzt werden

Fiete M. hat gesagt…

"Kennen sie sich mit der Erziehung von Kindern aus?
Haben Sie eigene Kinder?
Ihr Beitrag zeugt von partnerschaftlicher Gewalt in der Kinder als Waffe eingesetzt werden "

Hallo Anonym,
Da scheint mir ein kleiner Irrtum bez. der Autorenschaft des Post vorzuliegen. Von mir sind nur die 3 1/2 in voller Breite abgebildeten Absätze, der Rest ist von Lutz Bierend auf Fatherleft geschrieben/zitiert worden. Nur damit nicht der Eindruck entsteht, ich würde mich mit fremden Federn schmücken wollen ;-) .

Aber ansonsten, ja, ein wenig kenne ich mich mit Kindererziehung aus, hatte selber mal eins und habe rund ein halbes Dutzend aus nächster Nähe beim Aufwachsen beobachten und begleiten dürfen ( bin schon etwas älter ).

Und ja, ich habe auch schon partnerschaftliche Gewalt erlebt, resp. auch von anderen betroffenen Vätern u. Müttern beschrieben bekommen, bei der Kinder als Waffe mißbraucht wurden.

Falls die Links im Post zu undeutlich waren, kopiere ich sie noch mal im Klartext hier rein:

Fatherleft ( Lutz Bierend's Blog )
https://fatherleft.wordpress.com/2017/04/30/wechselmodell-als-standard-wie-utopisch/

Artikel in der WELT
https://www.welt.de/politik/deutschland/article154583453/Trennungskinder-sollen-mehr-als-ein-Zuhause-haben.html

Artikel von Lutz über Martin Löning
https://fatherleft.wordpress.com/2016/04/27/wenn-juristen-ueber-das-wechselmodell-sinieren/

Stellungnahme des VBM bez. Doppelresidenz
https://fatherleft.wordpress.com/2016/04/27/wenn-juristen-ueber-das-wechselmodell-sinieren/

Link z. schwedischen Studie zur Doppelresidenz
http://jech.bmj.com/content/early/2015/04/09/jech-2014-205058.full

Link zum Artikel zum Lutz auf Fisch&Fleisch zu einem Artikel von Mirna Funk auf editionF.

Link zu einem von mir zitierten Blogpost von Uepsilonniks
https://uepsilonniks.wordpress.com/2017/04/30/vaeter-wollen-nur-macht-ausueben/